Morgen fällt der Startschuss für die europäische Satellitennavigation

 

(ar) - Auf dem russischen Weltaumbahnhof Baikonur beginnt morgen der Aufbau des europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo. Wenn das Wetter es zulässt, startet dann ein erster Satellit ins Orbit, dessen einzige Aufgabe es, die für Galileo benötigten Funkfrequenzen zu besetzen. Die EU-Staaten unterstützen das Projekt zunächst mit einer Anschubfinanzierung von 3,5 Mrd Euro. Die andere Hälfte steuern Firmen bei.

Eine Studie aus dem Jahr 2001 sagt voraus, dass Galileo in den kommenden 20 Jahren rund 100 000 Arbeitsplätze schaffen und rund 74 Mrd Euro Umsatz generieren wird. Andere Experten schätzen das Marktvolumen noch höher, weil Galileo mehr kann als das Ground Positioning System (GDS) der Amerikaner.

Galileo ist ein von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation geführtes Programm mit dem Ziel, bis 2008 ein ziviles, globales Satelliten-Navigationssystem aufzubauen. Galileo soll aus einem Raumsegment von 30 Satelliten bestehen, die gleichmäßig auf drei Bahnebenen in ca. 24 000 Kilometer Höhe verteilt sind und mit dem dazugehörigen terrestrischen Kontrollsegment eine globale Abdeckung garantieren. Gegenüber dem aktuellen Satelliten-Navigationssystem GPS wird Galileo eine größere Genauigkeit sowie eine höhere Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bieten.

GPS ist ein militärisches System, dass von den US-Behörden jederzeit abgeschaltet oder "unscharf" gestellt werden kann. Es eignet sich daher nicht zum Beispiel für automatisierte Landeverfahren in der zivilen Luftfahrt oder für die Steuerung von Zugverkehr. Außerdem lässt sich über Galileo eine Reihe von neuen Dienstleistungen abwickeln. Die prognostizierten Mitarbeiter- und Umsatzzahlen beziehen sich fast ausschließlich auf diese zusätzlich entstehenden Dienstleistungen. Der Bau der Satelliten selbst wird etwa 1000 Menschen beschäftigen, schätzen Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, wo auch eines der beiden Galileo-Kontrollzentren entstehen soll. (ar/Sm)

veröffentlicht am 27. Dezember
     

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