Vorstellung Land Rover Defender: Werkzeug und Spielzeug
(ar) - "Die Gerade ist das einzig senkrechte", müssen seine Väter gedacht haben, als sie das Vehikel konstruierten, 1948 erstmals als "Land Rover" verkauften und damit nicht nur ein urtümliches Geländefahrzeug, sondern gleich auch noch die Marke Rover geschaffen hatten. Jetzt geht der Jahrgang 2007 an den Start, und scheinbar hat sich nichts geändert in den fast 60 Jahren. Land Rover bleibt Land Rover, sogar als Teil der Premiere Auto Group von Ford.
Dennoch täuscht der Eindruck. Denn nur zwei unwichtige Teile hat der Ur-Land Rover seinem jüngsten Nachfahren vererbt. Der Rest hat sich - wenn auch meist zögerlich - den modernen Zeiten angepasst. Land Rover gibt das nur ungern zu, um die treue Fan-Gemeinde nicht zu verschrecken. Dennoch kann man den Jahrgang 2007 von außen erkennen, wenn auch nicht auf den ersten Blick. So ist die Motorhaube jetzt nach oben gewölbt, um für neue Motoren Platz zu schaffen, und die berühmte Lüftungsklappe unter der Windschutzscheibe fällt weg.
Der Land Rover verfügt jetzt über eine wirksame Lüftung und sogar über eine Klimaanlage für 1610 Extra-Euro. Solche Zugeständnisse an verwöhnte Zeitgenossen wird die Gemeinde verzeihen, meint man bei Land Rover und hat dabei fest die Käufer im Blick, die das Urviech nicht nur zur Arbeit nutzen wollen, sondern zum Boulevardbummel und für die Freizeit. Das kommt nicht nur den Verkaufserfolgen zugute, das entspricht auch dem Namen, denn schließlich steht das Wort Rover für Vagabund.
Mit der Modellbezeichnung Defender weist Land Rover dagegen unmissverständlich auf die militärische Karriere des Autos hin. Es dient in mehr als 60 Armeen weltweit, arbeitet aber genauso für Feuerwehren, Rettungsdienste und bei Expeditionen. Drei von vier jemals gebauten Fahrzeugen vom Ur-Land Rover bis zu seinen Enkeln von heute haben ihren Dienst noch nicht quittiert. So kann man sich mit solider Arbeit das Geschäft versauen, aber eben auch ein solides Image aufbauen und Freunde gewinnen.
Innen hat man sich für eine Gestaltung der Armaturentafel entschlossen, wie man sie im Prinzip von modernen Fahrzeugen kennt. Alles ist übersichtlicher und liegt griffgünstiger. Aber auch bei der Gestaltung dieses Teils haben die Gerade und der rechte Winkel gewonnen. Nur die drei Instrumente im Blickfeld des Fahrers, zwei Lüfterdüsen und das große Lenkrad sind rund. Neue Sitze unterstreichen diesen Hauch von Modernität und steigern mit besseren Rückenlehnen die Lust an längeren Fahrten.
Unverändert bleibt die hohe Sitzposition des Fahrers. Der hat dank der geraden Karosserielinien die Ecken seines Autos stets im Blick und so auch im Gelände keine Ausrede, wenn er aneckt. Auf der Straße bietet sich der Land Rover dank seines überarbeiteten Starrachs-Fahrwerks nun auch für längere Strecken von Gelände zu Gelände an. Aber an den Fahrkomfort, wie man es von modernen Sports Utility Vehicles kennt, reicht der Land Rover noch nicht heran.
Seine Stärken beweist er im Gelände. Dort legt er sich so sehr und mit Erfolg ins Zeug, dass unser Gesprächspartner bei der Präsentation des Neuen in einem Steinbruch bei Wülfrath sich sogar Bescheidenheit leisten konnte: " Ich kann nicht ausschließen, dass heute auch andere Geländefahrzeuge im Gelände so gut sind wie der Land Rover."
Land Rover-Fans werden solche Vergleiche weit von sich weisen, zumal man dem Jahrgang 2007 ein paar Eigenschaften mit auf den Weg gegeben hat, die das (Über-)Leben im Gelände erleichtern. So kann man getrost dem Motor, dem damit kombinierten Schwungrad und der Motorregelung überlassen, ohne Tritt aufs Gaspedal jede Steigung bis maximal 45 Grad zu bewältigen. Der 2,4 Liter Commonrail-Diesel stellt bereits ab 1500 Umdrehungen pro Minute 350 Newtonmeter (Nm) zur Verfügung. Maximal schafft der Vierzylinder mit 90 kW / 123 PS Leistung 360 Nm. Der Normverbrauch liegt zwischen zehn und elf Liter auf 100 km. Im Gelände wird
Weitere Themen
- Mehr als 200 000 durchliefen das BMW-Fahrertraining
- Versicherer warnen vor Mischung der Verkehrsarten
- Gabriel stützt Tiefensee-Vorschlag für CO2-Kennzeichnung
- Gastkommentar: Hoffentlich nie klassenlos
- Maserati erinnert an Formel-1-Sieg vor 50 Jahren
- Unfallforschung der Versicherer: Alkoholverbot für junge Fahrer richtig
- Falsches Parken im Ausland: kostspielige Knöllchen
- Experten diskutieren Kommunikation zwischen Fahrzeugen
- DaimlerChrysler setzt auf Brandenburg
- BVG-Entscheidung zur Pendlerpauschale nicht vor 2008
